Knaben mit Vegeiſterung. Indeſſen waate er ſich nicht ſogleich an dix ernſte Dichtung. Seine erſten Verſuche waren aͤußern Anläſſen entnom⸗ mene Producte ſcherzhafter Gattung. Die Reime ſrömten ihm zu. S3 t Im älterlichen Hauſe blieb er bis in ſein ſiebzehntes Jahr. Er beſuchte die Kreuzſchule in ſeiner Vaterſtadt, und genoß zugleich den Unterricht ſeines wuͤrdigen Vaters und guter Privatlehrer, unter denen beſonders der nach⸗ malige große Hiſtoriker Dippold mit Aus⸗ zeichnung g nannt zu werden verdient. Seine echte rekigiöſe Bildung verdankt Körner dem jetzigen Pfarrer Roller in Lauſa. Die neuern Verhaͤltniſſe des aͤlterlichen Hauſes waren ganz dazugeſchickt, der Character⸗Bildung des Jüng⸗ lings die edelſte Richtung zu geben und jeden Keim des Talenks zur ſchönſten Blüthe zu ent⸗ fallen. In einer Familie, die durch⸗Liebe und gegenſeitiges Vertrauen ſich zu einem freundli⸗ chen Ganzen vereinſgte, wurden auch die Rechte des Knaben und Jünglings geachtet, und, ohne zu herrſchen, genoßerſtrühzeitig innerhalb ſeiner Spbäre einerunſchaͤdlichen Freiheit. Fur Poeſie und Muſik war bier WMes empfänglich; ein aus⸗ geſuchter Kreis wiſſenſchaftlicher Maͤnner kam oftbeim Vater zu bildender Abendunterhaltun
zuſammen, woran auch der Sohn des Hauſe
Antheil nehmendurfte; denn erwar nickt vorlaut und heſchwerlich, ſondern theilnehmend, unge⸗ kunſtelt und beſcheiden. Um den weiblicen Theit der Familie ſammelte ſich taͤglich ein kleiner Kreis von Frauen und Maͤdchen, die ſich durch edle Character- und Geiſtesbildung gleich aus⸗ zeichneten, und auch ſie ſahen unſern Körner gern, und ergotzten ſich an ſeiner Unbefangen⸗


