Teil eines Werkes 
1. Band (1838)
Entstehung
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B

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Aufrichtig iſt die wahre Melpomene, Sie kuͤndigt nichts als eine Fabel an, Und weiß durch tiefe Wahrheit zu entzuͤcken; Die falſche ſtellt ſich wahr, um zu beruͤcken.

Es droht die Kunſt vom Schauplatz zu verſchwinden Ihr wildes Reich behauptet Fantaſie;

Die Buͤhne will ſie wie die Welt entzuͤnden, Das Niedrigſte und Hochſte menget ſie.

Nur bei dem Franken war noch Kunſt zu finden, Erſchwang er gleich ihr hohes Urbild nie:

Gebannt in unveraͤnderlichen Schranken

Haͤlt er ſie feſt, und nimmer darf ſie wanken.

Ein heiliger Bezirk iſt ihm die Scene:

Verbannt aus ihrem feſtlichen Gebiet

Sind der Natur nachlaͤſſig rohe Doͤne,

Die Sprache ſelbſt erhebt ſich ihm zum Lied;

Es iſt ein Reich des Wohllauts und der Schdne, In edler Ordnung greifet Glied in Glied,

Zum ernſten Tempel fuͤget ſich das Ganze,

Und die Bewegung borget Reiz vom Tanze.

Nicht Muſter zwar darf uns der Franke werden: Aus ſeiner Kunſt ſpricht kein lebend'ger Geiſt; Des falſchen Anſtands prunkende Geberden Verſchmaͤht der Sinn, der nur das Wahre preist;

Ein Fuͤhrer nur zum Beſſern ſoll er werden,

Er komme, wie ein abgeſchiedner Geiſt, Zu reinigen die oft entweihte Scene gum wuͤrd'gen Sitz der alten Melpomene.