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An Göthe,
als er den Mahomet von Voltaire auf die Buͤhne brachte.
Du ſelbſt, der uns von falſchem Regelzwange Zur Wahrheit und Natur zuruͤckgefuͤhrt,
Der, in der Wiege ſchon ein Held, die Schlange Erſtickt, die unſern Genius umſchnuͤrt⸗
Du, den die Kunſt, die gottliche, ſchon lange Mit ihrer reinen Prieſterbinde ziert,
Du opferſt auf zertruͤmmerten Altaͤren
Die Aftermuſe, die wir nicht mehr ehren?
Einheim'ſcher Kunſt iſt dieſer Schauplatz eigen: Hier wird nicht fremden Goͤtzen mehr gedient. Wir koͤnnen muthig einen Lorbeer zeigen,
Der auf dem deutſchen Pindus ſelbſt gegruͤnt. Selbſt in der Kuͤnſte Heiligthum zu ſteigen, Hat ſich der deutſche Genius erkuͤhnt,
Und auf der Spur des Griechen und des Britten Iſt er dem beſſern Ruhme nachgeſchritten.
Denn dort, wo Selaven knien, Deſpoten walten, Wo ſich die eitle Aftergroͤße blaͤht,
Da kann die Kunſt das Edle nicht geſtalten, Von keinem Ludwig wird es ausgeſaͤt;
Aus eigner Fuͤlle muß es ſich entfalten,
Es vorget nicht von ird'ſcher Majeſtät,
Nur mit der Wahrheit wird es ſich vermaͤhlen, und ſeinc Glut durchflammt nur freie Seelen.


