Loſch', o Juͤngling mit der Trauermiene,
Meine Fackel weinend aus;„ Wie der Vorhang an der Trauerbuͤhne Niederrauſchet bei der ſchoͤnſten Scene,
Fliehn die Schatten— und noch ſchweigend horcht das
Haus.—
Die Kindsmörderin. Horch— die Glocken hallen dumpf zuſammen, Und der Zeiger hat vollbracht den Lauf. Nun, ſo ſey's denn!— Nun, in Gottes Namen! Grabgefaͤhrten, brecht zum Richtplatz auf. Nimm, o Welt, die letzten Abſchiedstuſſe! Dieſe Thränen nimm, o Welt! noch hin. Deine Gifte— o ſie ſchmeckten ſuße!— Wir ſind quitt, du Herzvergifterin!
Fahret wohl, ihr Freuden dieſer Sonne, Gegen ſchwarzen Moder umgetauſcht!
Fahre wohl, du Roſenzeit voll Wonne, Die ſo oft das Maädchen luſtberauſcht!
Fahvet wohl, ihr goldgewebten Traͤume, Paradieſeseinder, Fantaſien!
Weh! ſie ſtarben ſchon im Morgenkeime, Ewig nimmer an das Licht zu bluͤhn.
Schdn geſchmuͤckt mit roſenrothen Schleifen, Deckte mich der Unſchuld Schwanenkleid,
In der blonden Locken loſes Schweifen
Waren junge Roſen eingeſtreut.


