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Eine Leichenfantaſie.
Mit erſtorbnem Scheinen Steht der Mond auf todtenſtillen Hainen, Seufzend ſtreicht der Nachtgeiſt durch die Luft— Nebelwolken ſchauern, Sterne trauern Bleich herab, wie Lampen in der Gruft. Gleich Geſpenſtern, ſtumm und hohl und hager, Zieht in ſchwarzem Todtenpompe dort Ein Gewimmel nach dem Leichenlager Unterm Schauerflor der Grabnacht fort.
Zitternd an der Kruͤcke
Wer mit duͤſterm, rückgeſunknem Blicke, Ausgegoſſen in ein heulend Ach,
Schwer geneckt vom eiſernen Geſchicke, Schwankt dem ſtummgetragnen Sarge nach?
Floß es„Vater“ von des Juͤnglings Lippe? Naſſe Schauer ſchauern fuͤrchterlich
Durch ſein gramgeſchmolzenes Gerippe, Seine Silberhaare baͤumen ſich.—
Aufgeriſſen ſeine Feuerwunde! Durch die Seele Hoͤllenſchmerz! „Vater“ floß es von des Juͤnglings Munde, „Sohn“ geliſpelt hat das Vaterherz. Eiskalt, eiskalt liegt er hier im Tuche, Und dein Traum, ſo golden einſt, ſo ſuͤß!
Suͤß und golden, Vater, dir zum Fluche!
Eiskalt, eiskalt liegt er hier im Tuche, Deine Wonne und dein Paradies!


