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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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ſtieg ſeinen Sitz, R. Iſaak, ein Greis, hatte mehr durch ſeine Vergangenheit als durch die Leiſtungen, deren er noch fähig war, Anſpruch auf dieſe Würde. Zugleich war durch eine römiſche Be⸗ lagerung der Stadt große Bedrängniß bereitet worden. Da ſandten die Einwohner von Machuza zu Patrika, ihn zu bitten, das Amt ihres Vorſtehers zu übernehmen. Sie beriefen ſich auf ſeine Liebe zu ſeinem Volke, auf ſeinen Eifer für ſeinen Glauben, auf ſeine Pflichttreue, beiden eine Stütze zu ſein, wo ſie derer bedurften. Patrika trennte ſich ungern von der ihm lieb gewordenen neuen Heimath, trat ungern aus der ſüßen Zurückgezogenheit in den Kampf des menſchlichen Lebens zurück. Aber er fühlte, daß es ſeine Pflicht ſei, dem Rufe zu folgen, und Mirjam, in welcher ſich ihr Patriarchenblut regte, ſtimmte ihm bei. Sie ſiedelten nach Machuza über, und es eröffnete ſich hier für Potrika eine lange, ruhmreiche Laufbahn. Mit ſeinem Wiſſen und ſcharfen Geiſte unterſtützte er die Meiſter der Lehrſchule, daß dieſe bald wieder in ihrem vorigen Glanze ſtrahlte; mit ſeiner Thatkraft vertrat er ſeine Glaubensgenoſſen bei den perſiſchen Fürſten, und durch die Achtung, die er ihnen einflößte, wußte er das Wohl ſeiner Nation zu fördern. Spät ſank er ins Grab, dahin ihm Mirjam nach wenigen Monden folgte. Sein Andenken erhielt ſich lange Zeit bei ſeinem dankbaren Volke, und erloſch ſelbſt nicht in der Nacht der Jahrhunderte.

Dem Kaiſer Julian war nur eine kurze Regierung beſchieden. Nach zwei Jahren ſchon traf ihn in einem ſiegreichen Treffen gegen die Perſer am Tigris ein tödtlicher Pfeil. Die oft ſo düſter brennende Fackel der Geſchichte vermochte es nicht zu er⸗ hellen, ob der Pfeil von einem perſiſchen Bogen oder von der Sehne eines Verräthers gekommen. Er war nicht der letzte Held für Glaubensfreiheit, über deſſen Gruft dieſelbe Frage ſich erhob.