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Seine Geſchichte wurde zumeiſt von ſeinen Feinden niedergeſchrie⸗ ben, und dies ſo wie die kurze Zeit ſeiner Regierung verhinderte ihn, den Namen zu erlangen, den er durch ſeinen Geiſt, ſeinen Charakter und ſeine Thatkraft wohl verdient hätte, den Namen eines der Großen im Menſchengeſchlechte. Aber der Hauch ſeines Geiſtes durchwehte noch die nächſte Folgezeit, und war inſonders für die Juden von unmeßbarem Segen. Seine Nachfolger, mitten in den Kampf zwiſchen den Arianern und Katholiken hin⸗ eingeſtellt, konnten nicht ſo ſchnell den Weg der Unduldſamkeit und Bedrückung wieder betreten, und noch der dritte derſelben, Valentinian, erließ ein Toleranzedikt, das ausdrücklich die ſreie Uebung jeder Religion ohne irgend eine Benachtheiligung der bür⸗ gerlichen Rechte ſicherte. Erſt nach und nach begannen die Aus⸗ ſchließungen von Neuem, und faſt eines Jahrhunderts bedurfte es, bis die Dekrete des Conſtantius nochmals publicirt und end⸗ lich verwirklicht wurden. Bis dahin hatten ſich auch die Juden allmählich gewöhnt, dieſes ſchwere Joch ruhig zu tragen, und was ſie am Beginne dieſer Zeit zum größten Theile erdrückt hätte, konnte ſie nunmehr in ihrer Treue und Anhänglichkeit für ihren Glauben nicht wankend machen. Dunkle Schatten lagerten ſich über den Gemeinden im Abendlande; aber deſto heller ſtrahlte das Licht für ſie im Morgenlande, wo die großen Lehrhäuſer der babyloniſchen Juden und die Duldſamkeit der perſiſchen Herrſcher ihnen die Leuchte des Glanbens und des friedlichen Glückes nicht erlöſchen ließen. Da, als der Orient abermals zu ſinken und von neuen Stürmen heimgeſucht zu werden begann, wurde auf einem einſamen Schiffe die Fackel über den Ocean nach Weſten getragen, und der Geiſt, der nie ruhende, der ſtets ſchaffende, weckte ein neues Leben in den Juden des Abendlandes. In Spa⸗


