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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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gebaut, Jeruſalem, von andern Völkern mit andern Tempeln und Altären bewohnt waren für ſie Bilder ohne Inhalt, Körper ohne Seele. So traf Patrika Jeruſalem. Schauer der Wehmuth, ſchmerz⸗ liche Trauer im Herzen, den Blick in die Troſtloſigkeit einer weiten Zukunft der Verödung gewendet, bis dereinſt die Herrlichkeit des Herrn in die Hallen des wiedererſtandenen Zions einziehen werde, verrichtete er mit ſeiner Gattin die andächtigen Gebete, die ihren Seelen entquollen.

Als Patrika eines Tages gen Abend von den Mauerreſten des Tempels, wo er einſam gebetet, nach dem Hauſe ging, in welches er mit Mirjam eingekehrt da huſchte eine dunkle, ver⸗ hüllte Geſtalt an ihm vorüber. Die Schatten der Dämmerung hatten ſich ſchon über die engen Straßen der Stadt gebreitet, ſo daß er den vorübereilenden Mann nicht erkennen konnte aber dieſe lange, hagere Geſtalt mit vorwärtsgebeugter Haltung, dieſe ſtechenden Augen aus dem ſchief geneigten Haupte warfen eine Ahnung, eine erſchreckende, eine den Sturm in ſeinem Herzen auf⸗ regende Ahnung in ſeine Seele. Er blieb ſtehen, und ſah ihr nach.Wie? war dies nicht.... nicht Joſeph der Ab⸗ trünnige?.... Aber ſchneller als er dieſe Worte geſprochen, war die Erſcheinung verſchwunden, als hätte die Nacht ſie ver⸗ ſchlungen, der ſie entſtiegen. Leicht machte er ſich glauben, daß ſein Auge ſich geirrt, daß ſeine geſchäftige Phantaſie aus den dun⸗ keln Tiefen heraufbeſchworen, was für immer darin begraben ſein ſollte. Aber er war es doch.... Die Arbeiter des Apylius waren bereits daran gegangen, von dem Tempelplatze die Trüm⸗ mer hinwegzuſchaffen und die gewölbten Gänge im Fundamente wieder zu öffnen, indem ſie angefangen die Stein⸗ und Schutt⸗ haufen aus denſelben hinweg zu räumen. Aber wenn auch die Juden ſelbſt dem Werke des Kaiſers gleichgültig zuſahen, ſo lebten