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überall ſtarrten ihnen die Ruinen entgegen, und jeder Schritt bot nicht bloß Schwierigkeiten, ſondern auch Gefahr. Alle Verſuche, die von Einzelnen gemacht worden, den Trümmern Etwas abzu⸗ gewinnen, waren vergeblich geweſen; jetzt war die einſt ſo blühende Stadt gänzlich verlaſſen, und das Schweigen, das auf ihr ruhete, wurde allein durch das Krachen der bald hier, bald dort tiefer ein⸗ ſtürzenden Trümmer und in der Nacht durch das Geheul der Schakale, die ſich hier eingeniſtet, unterbrochen. Thränen ſtanden ſelbſt in den Augen des ſtarken Mannes, als ſie für immer Abſchied nahmen von der geliebten und geheiligten Stätte.
Sie ſetzten ihre Pilgerſchaft nach Süden fort, und gelangten zu dem zertrümmerten Jeruſalem. Drei Jahrhunderte waren be⸗ reits über dieſen, der Menſchheit geheiligten Platz dahingegangen, ſeitdem der römiſche Soldat die Brandfackel durch das goldene Fenſter des Tempels geſchleudert. Allerdings war von der innern Stadt ein ziemlicher Theil längſt wieder angebaut und von Ab⸗ kömmlingen aller Nationen bewohnt. Doch bis jetzt hatten nur wenige Söhne Israels von der Erlaubniß des Kaiſers Julianus, Jeruſalem wieder betreten und bewohnen zu dürfen, Gebrauch ge⸗ macht, fromme Männer und Frauen, die dahin kamen, um auf den Trümmern des Heiligthums zu beten und den Staub ihres Leibes mit dem geheiligten Stanbe Zions zu vermählen. Indeß war vom Apylius nach den Befehlen des Kaiſers der Anfang zum Wiederaufbau des Tempels gemacht worden. Julian wollte ſeinen Namen auch an dieſem Bauwerke verewigen, und hatte die größ⸗ ten Summen dafür angewieſen und den Statthaltern von Syrien und Paläſtina befohlen, alle erforderlichen Materialien in reich⸗ lichem Maße zu liefern. Aber die Juden unterſtützten ihn nicht; es zeigte ſich nirgends ein Eifer, nirgends eine Begeiſterung für dieſen Gedanken. Der Tempel, nicht von der Hand des Meſſias


