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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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und der großen Strafſumme, die er hatte bezahlen müſſen, noch über alle Erwartung groß, und es gereichte Iddo zu aufrich⸗ tigem Vergnügen, die Sünde ihres Vaters, ſo weit es möglich, wieder gut zu machen. Um jedes Bedenken Patrika's im Voraus zu entfernen, zog ſie die Summen ab, die ſie für ſeine Befreiung aus dem Gefängniß hatte verausgaben müſſen. So ſtand denn auch Patrika nicht an, das Gut ſeines Vaters zurückzunehmen, und es ſchaffte ſeinem Herzen ſogar eine tiefe Befriedigung, den Segen ſeines Vaters gerade jetzt zu verſpüren, wo die Mittel, die aus dem Ruin ſeines Vermögens gerettet worden, zu Ende zu gehen droheten. Iddo hatte ſich dem regen Leben der Welt wieder zugewandt, ſie blieb unverheirathet, und erſt in einem höheren Alter zog ſie ſich zurück, um in der Uebung wohlthätiger Werke ihr Leben zu ſchließen.

Patrika und Mirjam wußten, was ſie zu thun hatten. Sie kehrten nach Aſien zurück, um zum letzten Male die Stätten zu beſuchen, wo ſie gelebt, gekämpft und gelitten, und die Gauen des Landes ihrer Väter noch einmal zu durchwandern. Es war eine traurige Pilgerſchaft durch das öde Land und die zertrümmerten Städte; aber ihr Herz verlangte danach. Sie ſahen das zwar verſchonte, aber völlig heruntergekommene Tiberias am blauen See, von den immer grünen Gärten umgeben und mit den heißſpru⸗ delnden Quellen geſegnet. Aber fremde Bewohner, voll Haß gegen die Nachkommen Inda's, hatten ſich darin heimiſch gemacht. Müh⸗ ſam drangen ſie auf dem Wege, den Amnon einſt gebahnt, als er Mirjam aus dem unterirdiſchen Gange rettete, zur Höhe von Sepphoris durch die Trümmerwüſte hinan, und betraten noch ein⸗ mal den Hof des zerfallenen Caſtells, wo die einſtige Bitterkeit der Trennung durch das ſüße Glück der Wiedervereinigung geho⸗ ben ward. Weiter konnten ſie aber in die Stadt nicht kommen;