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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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gefundenen Gattin weilen, Tage unendlichen Glückes, in denen die Trauer der Erinnerung zu um ſo höherem Entzücken, zur wahrhaften Weihe ihrer Wiedervereinigung wurde. Mirjam ver⸗ langte, daß, um nicht ganz wieder von Patrika getrennt zu ſein, ſie in einiger Entfernung dem Heere nachfolgen dürfe. Er wil⸗ ligte gern daxein, und noch einmal war Amnon beſtimmt, der treue Hüter Mirjams zu ſein.

Aber der Feldzug war ein gefahrloſer. Wie die Geſchichte und das Leben ſo oft zeigen, traf auch hier Schlag auf Schlag den Unglücklichen, der einmal zu ſinken begonnen. Die Truppen des Conſtantius wichen überall, ohne den Kampf aufzunehmen. Er ſelbſt eilte nach Aſien, ſchloß mit dem Perſerkönige Sapor einen höchſt unvortheilhaften Frieden, um das gegen dieſen beſtimmte Heer gegen Julian zu führen. Da ereilt ihn die Nachricht, daß ſeine Gemahlin Euſebia in Byzanz verſchieden ſei. Ihn ſelbſt er⸗ greift ein heftiges Fieber; aber er gönnt ſich keine Raſt, ſondern treibt ſeine Begleiter immer heftiger vorwärts. In ſeinem Ge⸗ müthe tobt ein leidenſchaftlicher Sturm. Die Wuth über die er⸗ littenen Nachtheile, die Furcht, nun endlich dennoch einem Gegner gänzlich zu unterliegen, wechſeln mit den Vorwürfen, die er ſich machte, durch die Begünſtigung des Arianismus einen Riß durch die Chriſtenheit bewirkt zu haben, der ihn ſelbſt der beſten Kräfte beraubte, der weder durch Blut ausgefüllt, noch durch trockene Formeln zugedeckt werden konnte, und noch viele Jahrhunderte dus Fundament der chriſtlichen Kirche erſchüttern würde. Bald raſt er gegen ſich ſelbſt, und verwünſcht das Andenken ſeiner Gemah⸗ lin, daß er, durch ihre Vorſtellungen bewogen, Julian aus dem Kerker entlaſſen und zum Cäſar erhoben habe; bald wieder treten die Schatten ſeiner von ihm gemordeten Verwandten, der hinge⸗ opferten Glieder der kaiſerlichen Familie vor ihn hin, und weiſ⸗