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Ihre Dankbarkeit gegen Julian kannte keine Grenzen und Leben und Gut hätten ſie willig für ihn geopfert, wenn er es verlangt. Aber weiterhin folgte ihr Enthuſiasmus dem Kaiſer nicht. Die Abſicht, den Tempel von Jeruſalem wieder zu erbauen, ließ ſie kalt. Zu ſehr lebte in ihnen der Glaube, daß der Meſſias nur aus dem eigenen Schoße ihres Volkes hervorgehen, daß ſie von Außen zwar Ruhe und Sicherheit, nicht aber Wiederherſtellung und Erhebung erwarten dürften; zu oft hatten bereits ihre be⸗ deutendſten Lehrer ſie gewarnt, die Meſſiaszeit nicht ſtürmiſch her⸗ beiführen, ſich nicht mehr gegen die herrſchenden Völker auflehnen, ſondern das Joch geduldig ertragen zu wollen— als daß ſie das Heiligthum auf Zion von der Hand eines heidniſchen Kaiſers wieder erbaut haben mochten. Die jüdiſche Jugend ſtrömte freu⸗ dig zu den Standarten des Kaiſers; die jüdiſchen Reichen boten ihm willig ihre Mittel an; aber die Städte Judäa's und Gali⸗ läa's waren zu ſehr in Trümmer gefallen, und deren Fluren zu Einöden geworden, als daß ſie ſich wieder dahin gezogen fühlten; ſie ließen geſchehen, was der Kaiſer that, aber unterſtützten ſein Unternehmen in Jeruſalem nicht.
Galt es doch jetzt auch vor Allem, die noch furchtbare Macht des Conſtantius zu brechen. Drei Feldherren des Julian waren mit ihren Heeren durch Pannonien nach Thracien eingezogen, und Julian ſelbſt ſetzte mit einer kleinen, aber überall ſich mehrenden Macht nach Hellas über, um ſo von allen Seiten die dort be⸗ findlichen Truppen des Conſtantius einzuſchließen, und in Syr⸗ mium, der Lieblingsreſidenz des Conſtantius, zuſammenzutreffen.
Auf dieſem Feldzuge hatte auch Patrika dein Kaiſer ver⸗ ſprochen, ihn zu begleiten, und das Schwert nicht cher niederzu⸗ legen, als bis die Herrſchaft Julians überall ſiegreich und aner⸗ kannt wäre. Nur wenige Tage durfte er daher bei ſeiner wieder⸗


