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wir zu begreifen und zu ſchildern, nicht aber den Sturm der Liebe, obſchon die Töne ſeines Rauſchens reine Harmonie, und die Strahlen ihres Lichtes lauterer Aetherglanz ſind....
Julianus hatte ſeine Verheißung erfüllt. Nach ſeiner An⸗ kunft in Rom erließ er die in ſeinem Manifeſte verſprochenen Dekrete. Ohne der chriſtlichen Kirche in einem weſentlichen Rechte nahe zu treten, ſetzte er den heidniſchen Cultus wieder in ſeine volle Gleichberechtigung ein, öffnete wieder ſeine Tempel, ſtellte ſeine Altäre wieder her. Nicht minder hob er alle Erlaſſe des Conſtantin und des Conſtantius, welche irgend eine Rechtsbe⸗ ſchränkung der Iuden enthielten, wieder auf, und ehrte ſie und ihren Glauben durch die Anerkennung als gleichberechtigt im gan⸗ zen römiſchen Reiche. Ja, noch mehr: er veröffentlichte eine Anſprache an die geſammte Judenheit, in welcher er ihr kund that, daß er zu Rom bereits vom Kaiſer unterzeichnete Schrift⸗ ſtücke vorgefunden, durch welche ſie beſondern ſchweren Abgaben unterworfen werden ſollte, die er, Julian, aber ſelbſt wieder ver⸗ nichtet habe; er hebe ferner ihre Verbannung aus dem Londe ihrer Väter, aus Judäa und Galiläa auf, ein jeder Jude könnte die Grenzen dieſer Provinzen wieder betreten und ſich nach ſeinem Belieben daſelbſt niederlaſſen. Endlich wollte er auch den zerſtör⸗ ten Tempel zu Zeruſalem wieder erbauen, damit daſelbſt die Opfer wieder gebracht und für ſein Wohl und ſein Leben der Segen der höchſten Gottheit erfleht werden könnten. Er beſtimmte den Baumeiſter Apylius zu dieſem Werke und wies die nöthigen Gelder und Baumaterialien an.
Dieſe Beweiſe der kaiſerlichen Huld und Gerechtigkeit mach⸗ ten einen begeiſternden Eindruck auf die Juden. Sie fühlten eine ungeheure Laſt von ihren Schultern gefallen, ein Joch auf ihrem Nacken zerbrochen und deſſen Stücke auf den Boden geſchleudert.


