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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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lag die herrliche Ebene Esdraelon; zur Linken zeigten ſich über den Höhenzügen der runde Gipfel des Tabor, Spitzen des kleinen Hermon und des Gilboa und die waldbewachſenen Hügel, die ſich bis zum Carmel hinziehen, dann der lange Rücken dieſes Berges ſelbſt, deſſen Fuß die Wellen des Meeres beſpülen. Vor mir funkelte der Spiegel des Mittelmeeres in der Morgenſonne, wie eine weite Silbertafel, umrahmt von dem Goldſande der Küſte. Rechts aber kam aus kahlen Berggruppen die Ebene el⸗Büttauf heraus, von einzelnen Silberfüden der Winterbäche durchſchnitten, die ſich weiterhin in ein enges Felsthal zuſammendrängen, um den Kiſchon zu ſpeiſen, der am Fuße des Carmel in das Meer ſich ergießt. Von dem Rande dieſer Ebenen ſchaute ich über die Rücken von Bergzügen, die, einer über den andern anſteigend, zu⸗ letzt zu einem wilden Chaos von Höhen werden, über welches der majeſtätiſche Hermon mit ſeinem ewigen Schnee hoch in die Himmel ſteigt. So faßte mein Auge mit einem Blicke den Spiegel des Meeres, den Teppich der Ebenen, die kahlen Scheitel der Berge und die ſchimmernden Firnen des Libanon. Aber alle dieſe Herr⸗ lichkeit der Natur lag wie ohne Leben, wie von den Feſſeln des Todes gebannt, zu meinen Füßen. Ueberall blickte nur eine kärg⸗ liche Pflanzenwelt herauf, kaum da üppiger gedeihend, wo ſich ein ſchmaler Bach durch die Ebene wand; nirgends die mannigfaltige Bewegung der Thiere, außer daß drüben über den Bergen von Samarien ein Adler ſeine weiten Kreiſe zog; nirgends das geſchäf⸗ tige Gewühl der Menſchen auf den Straßen, die ſie ziehen, auf den Fluren, die ſie bebauen, und außer dem elenden Dörfchen zu meinen Füßen keine Menſchenſtätten in dem weiten Umkreiſe, als

das Eliaskloſter auf dem nördlichen Ende des Carmel und in

weiter Ferne die Mauern von Safed an der Hüfte eines ragen⸗ den Berges!