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Sepphoris und Rom : ein historischer Roman aus dem 4. Jahrhundert
Entstehung
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Tiefblauer Himmel Aſiens, warum wölbeſt du dich über ſo viele Einöden und Trümmer?

Wo die Wiege der Menſchheit und des Menſchenthums ge⸗ ſtanden, ſo gewaltige Reiche erwuchſen, ſo viele üppige Städte geblüht; wo ſo viele Weiſe gewandelt, ſo viele Geiſter von den erſten Strahlen der Erkenntniß erleuchtet worden; wo die Kunſt ihre prächtigen Säulengänge aufgerichtet, und die Menſchenſeele ihren Flug zum Himmel nahm, wo der göttliche Geiſt durch den Mund von Sterblichen ſprach, die Wahrheit ihre Lehren verkündete, das Recht ſeine Grundſätze aufſtellte, und nun das geflügelte Wort über alle Räume der Erde ſeine Schwingen breitete warum ſind da die Ebenen zu Steppen, die Berge zu kahlen Höhen, die Bäche zu trockenen Rinnſalen geworden, und die herrlichen Werke der Menſchen in den Schvoß der Erde geſunken, von Wüſtenſand und Gerölle bedeckt, oder als düſtere Ruinen von der allmächtigen Hand der Zeit in den Staub geworfen?

Ich ſtand auf einem ſteil und abgeſondert ſich erhebenden Berge; ich erſtieg, durch wildes Geſtrüpp mich durcharbeitend, die Trümmerwand eines verfallenen Caſtells, das den Gipfel der Höhe krönte. Es war noch in den erſten Stunden des Vormittags, die Luft war vollkommen klar und heiter. Am Fuße der Höhe lag ein geringes Dorf, Sefurieh genannt, deſſen niedrige Lehmhütten von der Armuth und dem Elend ihrer Bewohner zeugten. Aber welch ein Rundgemälde breitete ſich vor meinem Blicke aus! Dort