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Phantaſie bereitet, ſein Werk wird aber nur mit Unrecht den Titel eines geſchichtlichem Romans ſich anmaßen. Die Folge wird die Verbreitung vieler falſchen Vorſtellungen geſchichtlicher Epochen und Perſönlichkeiten im großen Leſe⸗ publikum ſein, und die Geſchichte wird⸗ ſich hierüber mur zu beklagen haben. Der währe geſchichtliche Roman aber muß vielmehr den Zweck haben, einer vergangenen Zeit innerſtes Leben durch die dichteriſche Intuition aufzurollen, und dies durch ſelbſterfundene Details, durch eigen geſ chaffene Zwiſchen⸗ perſonen und Vorgänge zu ergänzen und um ſo eingänglicher and plaſtiſcher zu machen, wo die Geſchichte nur ſparſame und unzulängliche Mittel beſitzt, ſo jedoch, daß die Wahrheit des geſchichtlichen Lebens nicht geradezu zerſtört und verfülſcht wird. Es iſt dabei zu Lerücſſichtigen, daß die Geſchichte Alles, ſelbſt das Einzelnſte und Kleinſte, mur aus dem Ge⸗ ſichtspunkte des Ganzen und Großen betrachten darf; ſie muß überall fragen, was vorher, was zugleich und was nach⸗ her war; Alles iſt ihr mn ein Glied eines gewaltigen, un⸗ endlich fortſchreitenden Ganzen. Entgegengeſ etzt die Dich⸗ tung, ſelbſt im hiſtoriſchen Roman; ſie faßt ihren Gegen⸗ ſtand als ſelbſtändiges, abgeſchloſſenes Daſein, auf welches zwar von Außen eingewirkt wird, und das von Außen ab⸗ hängig iſt, aber in ſeiner innern Exiſtenz für ſich lebt, ſeine Kämpfe für ſein eigenes Weſen führt, und darin ſich auslebt.


