an
118
Von Anton hatte er Abſchied genommen, in der Hoff⸗ nung, bald wiederzukehren; aber ein heftiges Fieber, wahrſcheinlich eine Folge der die Ueberſchwemmung be⸗
gleitenden Umſtände, hatte ihn in Emmenbach, dem
Heimathsorte Marie's auf ein hartes Krankenlager ge⸗ worfen, von dem er erſt vor wenigen Tagen wieder erſtanden war. Die jetzt ſofort eingezogenen Erkundi⸗ gungen ſagten ihm Alles. Er erfuhr den Tod ſeiner Gattin und ihres Vaters, und nur die Nachricht von dem Leben Luiſe's konnte ſeinen Schmerz über jene traurigen Nachrichten mildern. Er erfuhr ferner, wo Luiſe eine Heimath gefunden, und der Name ihres Pflegevaters mußte zugleich der ſeines Retters ſein. „So kehrte ich denn hierher zuruck,“ ſchloß er ſeine Erzählung.„Ich forſchte nach Anton und hörte, er ſchmachte im Kerker. Beſondere Umſtände geſtatteten, daß ein Wort von mir an den Baron hinreichte, ihn
zu befreien. Ich ſuchte ihn auf, wir holten auch
Willy, und eine kurze Erklärung unterrichtete Anton von Allem. Nach Euch fragend, wies man uns hier⸗ her, und ſo fand ich Euch, fand mit Dank gegen Gott mein theures Kind, deſſen treue Pflege mich zu Eurem ewigen Schuldner macht.“
„Und nun zu Euch!“ fuhr er fort.„Ihr ſeid arm, Anton! Arm, meine gute Marie! Von jetzt
6
„Oh, halt ein, Murray!“ unterbrach ihn Marie ſchnell.„Nicht arm,— reich ſind wir, und das alte, für kurze Zeit verlorene Glück lächelt uns wieder mit holden Augen an. Gott, der uns darnieder beugte, hat uns wieder erhoben, und ein einziger Tag bringt uns in die Fülle des Segens, was wir kaum jemals


