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Thränen floſſen, viele Thränen, ſchmerzliche und freu⸗ dige, ehe die tief bewegten Gemüther Faſſung gewan⸗ nen, die Erklärung des kaum mehr Gehofften, faſt Un⸗ glaublichen anzuhören. Stunden vergingen, ehe es zu Erörterungen kam; und der Gewinn des Lotterie⸗Loo⸗ ſes, ſelbſt der wunderbare Fund des Schuldſcheines wurde nur vorübergehend von Marie erwähnt. Aber auch die ſtürmiſchſten Wellen ebnen ſich endlich, und als die Dämmerung nahte, ſaßen unſere Freunde Alle
beiſammen in der niederen Hütte um den Tiſch, auch
die alte Muhme, die nicht wenig überraſcht aber auch erfreut über den Beſuch war, und Murray erzählte den lauſchenden Ohren die ſeltſamen Ereigniſſe, welche ihn ſo viele Jahre lang fern von ſeinen Theuerſten ge⸗ halten hatten.
Faſſen wir ſeine Erzählung kurz zuſammen.
Bei der Ueberfahrt in ſein Heimathland, welche Murray unternommen hatte, um ſeine dortigen Güter zu verwerthen und dann für immer an die Ufer des Rheines zurückzukehren, war ſein Schiff, vom Sturme verſchlagen, von einem Piraten aus Tunis genommen
und er ſelbſt in lange Sklaverei geſchleppt worden.
Erſt vor einigen Monaten war es ihm gelungen, ſich durch die Flucht zu retten, und das urſprüngliche Ziel ſeiner Reiſe, die Heimath, zu gewinnen. Von hier aus hatte er geſchrieben, daß er kommen, bald kommen werde, und nicht lange darauf war er ſelbſt dem Briefe gefolgt, welcher nie an ſeinen Beſtimmungsort gelangte. In dem Dorfe, wo ſeine Tochter lebte, ohne daß er es wußte, hatte die Ueberſchwemmung ihn überraſcht, und ſeine Tochter war es nach Gottes Fügung, die dem unbekannten Vater das Leben retten helfen ſollte
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