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kann Sie freilich nicht begrüßen, denn er ſitzt unſchuldig verhaftet im Kerker, aber..“
„Wer ſagt, daß er im Kerker ſitzt?“ erwiederte der Fremde. Siehe, Marie: hier iſt dein Mann und dein Knabe!“
Er öffnete die Thür, und herein ſtürzten Beide. Mit Wonnethränen ſanken die ſo hart Getrennten ein⸗ ander in die Arme, und ſie ſahen es nicht, wie der Fremde ſtill auf Luiſe zutrat und ſich zu ihrem Ohre neigte; ſie ſahen es nicht, wie Luiſe ſchneebleich zu⸗ ruͤckwankte und dann plötzlich an die Bruſt des frem⸗ den Herrn ſtürzte, der ſie mit heißer Liebe an ſich druͤckte; ſie hörten nicht den Aufſchrei Auiſe's und die ſüßen, ſüßen Laute, die über ihre Lippen glitten und die der Fremde eben ſo erwiederte,— bis endlich Marie ſich aus den Armen ihres ſo unverhofft befreiten Man⸗ nes losriß, und mit Verwunderung den Fremden und ihre Pflegetochter anſtaunte. Jetzt richtete auch dieſer ſich auf, und Luiſen mit dem rechten Arme umſchlin⸗ gend, fragte er:„Marie, erinnerſt du dich Meiner gar, gar nicht mehr?“
Marie ſtarrte ihn zweifelhaft an, und eine ſchon einmal gehabte Ahnung blitzte von Neuem auf ſie hin. „Wär's, wär' es möglich?“ fragte ſie. Sie wären..«
„An mein Herz, Schweſter!“ unterbrach er ſie. „Ja, ich bin Murray, der Schotte, dein Schwager, und dieſes Kind, das ihr brave Leute hegtet und pfleg⸗ tet, meine Luiſe, das theure Andenken an meine theure, entſchlafene Gattin, deine Schweſter, ſie iſt mein Kind, meine Tochter!“
Welch ein Wiederſehen voll Wonne und Schmerz, voll Wehmuth und Entzücken nach ſo langer Trennung!
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