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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Ich freue mich über dein Glück! Das Geld iſt dein, nicht unſer, Luiſe!

Oh, was du ſprichſt, Mütterchen, liebes wunder⸗ liches Mütterchen! rief Luiſe wieder.Unſer, unſer iſt es, unſer bleibt es, und Gott dank' ich, der es uns geſchickt hat. Weiß denn die Muhme ſchon? Nicht! So komm, mein Mütterchen, ſie muß auch Theil haben an unſerer Freude, wie ſie Theil genommen an unſerem Kummer und Unglück!

Da half kein Sträuben. Wie ein Wirbelwind riß Luiſe die betäubte Mutter mit ſich fort, und ſo kamen ſie zum Häuschen der Muhme, wo ſie aber Niemand fanden, als die kleine. Anna, denn die Muhme war auf's Feld gegangen. Anna ſaß am kleinen Tiſche, und vor ihr lag die Bibel, in welcher die Mutter kurz vorher Troſt geſucht, und das Kind beluſtigte ſich, die hübſchen Bilder darin zu beſehen. Aber vorher mußte ſie noch anders damit geſpielt haben, denn Marie ſah, daß ſie den Umſchlag von dem Einbande des ihr ſo lieben, heiligen Buches halb abgeriſſen hatte, und öff⸗ nete ſchon den Mund, um auf das Kind zu zanken, da auf einmal entdeckte ſie zwiſchen dem Einbande und dem Umſchlage ein vergilbtes Papier, zog es neugierig vollends heraus, warf einen Blick darauf, und mit einem lauten Ausrufe, halb des Erſtaunens, halb des Entzückens, ſank ſie blaß, zitternd, kaum ihrer Sinne mächtig, auf einen Stuhl.

Um Gottes willen, Mütterchen, was gibt es? fragte Luiſe ängſtlich.

Nichts, das ſchlimm wäre, entgegnete Marie nach ſchnell wiedergewonnener Faſſung, und reichte Luiſen das gefundene Blatt Papier. Wunderbar kommt das Glück

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