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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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fragte Marie mit Herzpochen, denn ſie erinnerte ſich der Worte ihres Mannes, daß die roth unterſtrichene Nummer Luiſen gehörte, freilich, ohne daß dieſe es wußte.Welche Nummer, Baruch? Die rothe, oder die andere?

Die rothe, Frau, entgegnete der Jude und lächelte wieder.Ich weiß nicht, was Sie fragen. Bleibt ſich's doch gleich, gewinnt die eine oder die andere, wenn's nur gewonnen iſt. Hier nehmen Sie, Frau Steinbach! Vier Röllchen, jedes mit fünfzig Gulden, und freut's mich doch, daß grade Euch das Glück hat wohl gewollt!

Er glaubte, der alte, gute Baruch, die Freude ſei es, die Frau Marie's Wangen plötzlich gebleicht habe, und um ſie nicht zu ſtören, ſchlich er ſacht davon. Marie aber brach in Thränen aus, denn nicht ihr, ſondern Luiſen war das Glück in den Schooß gefallen, und ſie war ſo arm als vorher. Aber nicht lange dauerte ihre Betrübniß.Wie wird ſie ſich freuen! murmelte ſie und lächelte unter Thränen, wie wohl ein Sonnenſtrahl zwiſchen Thautropfen blitzt, und raſch die Rollen in ihre Schürze packend, ließ ſie Alles ſtehen und liegen, und eilte fort nach dem Gehöft des alten Martin.

Da ſieh', Luiſe! rief ſie fröhlich.Das hat dir dein letzter Geburtstag gebracht!

Luiſe ſtaunte, hörte, und brach endlich in frohen Jubel aus.

Nun iſt's ja vorbei mit aller Angſt und Noth! rief ſie.Mutter, nun können wir unſere Hütte wie⸗ der aufbauen! Oh, Mutter, warum freueſt du dich nicht?

Brave Leute. 8