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Hülfe am nächſten, und Gott hilft ſtets denen, die zer⸗ ſchlagenes Gemüth haben!“
„Ach, der Herr hat ſein Angeſicht von uns abge⸗ wendet!“ entgegnete Marie kleinmüthig.„Seit der furchtbaren Ueberſchwemmung haben wir faſt keinen ein⸗ zigen ſorgloſen und völlig ruhigen Tag verlebt. Wie ſoll ich nicht zaghaft werden, wenn Gott ſeine Hand von uns abzieht?“
„Was Gott thut, Mütterchen,“ erwiederte Luiſe
mit ſchöner Zuverſicht,—„das iſt wohlgethan! Wenn
es uns auch ſcheint, als ob der Stab Wehe über un⸗ ſerem Haupte ſchwebe, wer ſagt uns, daß es nicht eher eine Wohlthat für uns iſt, als eine Strafe? Ver⸗ mögen wir es, die Gedanken Gottes zu durchſchauen? Nein, mein Mütterchen, das noch nie den Muth ver⸗ lor, darf nicht zaghaft werden, wenn einmal der himm⸗ liſche Sonnenſchein durch Schatten verdunkelt wird. Der Schatten verweht, wie ein Hauch des Windes, aber die Sonne ſtrahlt ewig aus den Himmelsräumen nieder. Laß du mich machen, Mütterchen! Ich gehe nach dem Dorfe; in wenigen Stunden bin ich wieder zurück, und du wirſt ſehen, daß dann die Schatten, die uns umdüſtern, ſchon minder dunkel geworden ſind.“
Luiſe rüſtete ſich zu dem Gange, und Marie ließ ſie gewähren. Wie konnte ſie anders? Das wackere Mädchen hatte in ihrem einfachen Sinne das Beſte getroffen, was in ihrer Lage gethan werden konnte, und entſchloſſen führte ſie ihren Vorſatz aus. Schon nach zwei Stunden kehrte ſie mit heiterer Miene aus dem Dorfe zurück.
„Alles ſteht wohl, Mütterchen,“ ſagte ſie.„Der alte Martin will mir Beſchäftigung geben, damit ich


