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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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glaubte ihrem Ohre nicht trauen zu dürfen. Aber der Burſche wiederholte die ſtrenge Weiſung mit dem Hin⸗ zufügen, daß die Gerichtsdiener ſie mit Gewalt ver⸗ treiben würden, wenn ſie allenfalls nicht von ſelber gehen wollte. Mit dieſer Drohung entfernte er ſich, und ließ die unglückliche Frau in tiefſter Niedergeſchla⸗ genheit und Trauer zurück.

»Was nun, Luiſe? Was nun? fragte ſie in bit⸗ terem Schmerze.Was bleibt uns nun weiter übrig, als in den Wald zu gehen und unſere Wohnung, wie die Vögel des Himmels, unter freiem Himmel aufzu⸗ ſchlagen? Oh mein Gott, nimmermehr hätte ich ge⸗ dacht, daß ein Menſchenherz ſo gefühllos ſein könnte, wie das Herz jenes rachſüͤchtigen Mannes! Luiſe, ich weiß nicht mehr, was nun geſchehen ſoll!

Weine nicht, Mutter, erwiederte das verſtändige Mädchen;du haſt mich ja immer gelehrt, mein Vertrauen auf den Herrn zu ſetzen, und jetzt, in der Stunde der Prüfung, will ich mehr als je auf Gottes Beiſtand bauen. Ich weiß ſchon, was wir thun kön⸗ nen. Ich werde mich im Dorfe bei guten Leuten nach einem Dienſte umſehen, und du gehſt mit Anna zur guten alten Muhme Dorothea, die Euch eben ſo freund⸗ lich aufnehmen wird, als nach der Ueberſchwemmung damals. Es iſt ja auch nur für kurze Zeit. Der Va⸗ ter und Willy ſind unſchuldig, und ihre Unſchuld wird und muß augenblicklich an den Tag kommen, ſobald nur erſt der Herr Oberförſter von ſeiner Reiſe zurück⸗ kehrt. Darum getroſt, Mütterchen! Gott hat immer geholfen, Gott wird weiter helfen! Unſere Noth iſt groß, und unſere Herzen ſind ſchwer vor Betrübniß, aber wenn die Noth am höchſten, dann iſt auch die