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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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junges Reh vom Herrn Oberförſter geſchenkt bekom⸗ men, und das wird nun zum Vorwande genommen, uns zu verdächtigen und zu verfolgen. Aber, Gott ſei Dank, es koſtet nur ein Wort vom Herrn Ober⸗ förſter, und Ihr müßt uns wohl freigeben. Wart ein bischen, Anſelm! Wir wollen uns nur ankleiden und gehen dann mit dir!

»Aber du wirſt dich doch nicht heimlich aus dem Staube machen? fragte der Sergeant.

Ei, behüte der Himmel! entgegnete Anton lachend. Nein, nein, ich will's ſehen, wie beſchämt gen Euer Baron vor dem Herrn Oberförſter ſtehen wird. Vielleicht dient es ihm zur Lehre, daß er uns künftig in Ruhe läßt. Warte nur ein paar Augenblicke, wir kommen ſogleich.

Haſtig warf Anton ſich und Willy die Kleider über, beruhigte dabei ſeine Frau vollſtändig über die Verhaf⸗ tung, die nur von wenigen Stunden Dauer ſein könne, und trug Luiſen auf, ſobald es Tag würde, zum Herrn Oberförſter zu gehen und ihm kund zu thun, wie drin⸗ gend man ſeines Beiſtandes und Schutzes vor Will⸗ kühr bedürfe.

»Es iſt keine Frage, Marie, fügte er hinzu,daß der wackere Herr, ſobald er nur erfährt, um was es ſich handelt, ſein Pferd beſteigt und Zeugniß für uns ablegt. Alſo ſei du ganz ruhig und unbeſorgt.

Marie empfand ſchon ohnehin keine fonderliche Furcht, denn ſie wußte ja ſich und alle Ihrigen ſchuld⸗ los. Alſo ließ ſie ihren Mann und Willy unbeſorgt in der zweifelloſen Erwartung gehen, ſie morgen friſch und wohlgemuth wiederzuſehen.

»So, da ſind wir, Sergeant Anſelm, ſagte Anton,