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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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doch auch wieder ſo zutraulich war, daß es ihnen aus der Hand fraß. Bei ihrem Entzücken über das Reh achteten ſie nicht darauf, und merkten es wohl auch nicht einmal, daß der junge Baron Ottfried an dem Gehöft vorüber ritt, und einen ſpähenden Blick über tter in den Hof warf. Als er das Reh er⸗ lächelte er ſchadenfroh, verhielt ſich aber ganz ſtill und ritt, nachdem er dem Spiele der Kinder ein Weilchen zugeſehen, ohne ein Wort zu reden, weiter. Niemand hatte ihn bemerkt, als nur Luiſe, aber ſein Erſcheinen war ihr ſo gleichgültig, daß ſie ſeiner flüch⸗ tigen Anweſenheit nicht einmal Erwähnung that.

Bald nach Mittag kehrte auch Anton von ſeinem Fiſchfange und dem Verkaufe der Fiſche heim, und Willy führte ihn ſogleich zu ſeinem Rehe, indem er er⸗ zählte, wie er in den Beſitz deſſelben gekommen ſei.

Wenn es dir der Herr Oberförſter geſchenkt hat, darfſt du s freilich behalten, ſagte der Vater, indem er das zierliche Thierchen mit ſichtbarem Vergnügen be⸗ trachtete.Uebrigens will ich doch nicht unterlaſſen, den Herrn Oberförſter zu bitten, daß er von dem Ge⸗ ſchenk unſerem Baron Anzeige macht. Wir könnten ſonſt leicht in den Verdacht kommen, als ob wir das Reh widerrechtlich eingefangen hätten, und das dürfte böſe Folgen für uns haben. Unſerem gnädigen Herrn iſt nicht zu trauen, und daher müſſen wir ſehr vor⸗ ſichtig ſein!

Das Unglück wollte, daß Luiſe dieſe Worte nicht hörte, denn ſonſt würde ſie gewiß ſogleich geſagt haben, daß der junge Baron da geweſen ſei und das Reh be⸗ reits geſehen habe. So erfuhr denn Anton nichts von ſeiner Anweſenheit, und ſchob den Gang zum Ober⸗