Sechstes Kapitel.
„ Verfolgung.
Wenn Anton die Befürchtung gehegt hatte, daß der Baron rückſichtslos ſchwere Rache an ihm nehmen würde, ſo täuſchte er ſich. Wenigſtens verſtrich eine ganze Woche, ohne daß der junge Herr ſich blicken ließ, und es ſchien, als ob er ſich überhaupt gar nicht mehr um die armen Leute in ſeiner Waldhütte beküm⸗ mern wolle.
„Er wird wohl einſehen, daß er uns nichts an⸗ haben kann,“ ſagte er zu Marien.„Wer nichts Böſes thut, dem widerfährt auch nichts Böſes, alſo ſei du ganz ruhig und ohne Furcht.“
„Ich fürchte mich gar nicht,“ erwiederte ſie.„Mich dauert nur unſer Willy! Seit der Baron dem armen Bubele die Blaukehlchen weggenommen und uns den Vogelfang unterſagt hat, ſchleicht er ganz traurig um⸗ her und grämt ſich, daß er nicht ein paar Groſchen in die Wirthſchaft verdienen kann.“
„Schau, da erinnerſt du mich!“ ſagte Anton.»Ich habe gar nicht wieder an den Vogelherd gedacht, weil ich Anderes zu thun hatte, aber ich will auch ſogleich zum Herrn Oberförſter gehen und anfragen, ob ich nicht Erlaubniß bekommen kann, im königlichen Forſt ein paar Vögel zu fangen. Ich denke ſchon, es wird mir nicht abgeſchlagen werden.“
Brave Leute.


