„Das wird uns nicht viel helfen, wenn ich auch ganz geneigt bin, Eurer Ausſage allen Glauben zu
ſchenken, Marie! Warum habt Ihr nur nicht ſchon frü⸗
her einmal die Sache angeregt? Jetzt ſind Jahre dar⸗ über hingegangen, und wenn wir dem Baron nichts beweiſen können, ſo wird er entweder Alles in Ab⸗ rede ſtellen, oder gradezu behaupten, das Geld ſei längſt zurückbezahlt. Ich kann Euch nur wenig Hoff⸗ nung geben, Marie, wenn Ihr nicht den Schuldſchein beibringt!“
„Ja, wenn ich nur wüßte, wo er wär'!“ ſagte ſie.
„Vorhanden iſt er, daran zweifl' ich keinen Augen⸗ blick,— aber wohin hat er ſich verkrochen? Ich habe ſchon zehn Mal Alles durchgefucht und durchgeblättert, aber nichts gefunden! Und jetzt nun vollends, wo uns die Ueberſchwemmung faſt Alles genommen hat, jetzt ſeh' ich nun gar keine Ausſicht mehr!“
„Nun denn, ſo müſſen wir eben einen Verſuch machen, in Güte mit dem Baron zurecht zu kommen,“ ſagte der Amtmann.„Ich will heute noch mit ihm reden, und morgen könnt Ihr wieder anfragen und ſchauen, was ich ausgerichtet habe. Aber, wie ſchon erwähnt, viel Hoffnung hab' ich nicht auf einen guten
Ausweg! Doch werd' ich thun, was ich kann, denn
ich kenne Euch, Marie, und weiß wohl, daß Ihr eine brave Frau ſeid, der man Glauben ſchenken darf. Und ſo behüt' Euch Gott, und kommt morgen wieder.“
In Zweifel und Sorgen ſahen Anton und Marie dem folgenden Tage entgegen, und am anderen Mor⸗ gen wußte Marie wohl eingeſtehen, daß ſie eine noch unruhigere Nacht verbracht habe, als die Nacht vor⸗ her. Und leider mußte ſie dann auch die Erfahrung


