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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſah's ja auch, wie ihm die Röthe in's Geſicht ſtieg, als du von dem Darlehn anfingeſt! Das war das Schuldbewußtſein, und ſein Gewiſſen ſchlug ihn. Jetzt habe du nur Geduld! Es wird ſchon Alles an's Ta⸗ geslicht kommen zu rechter Zeit, wie der Apfel vom Baume fällt, wenn er reif iſt. Du haſt dich übrigens tapfer gehalten dem grimmigen, alten Herrn gegenüber! Es hat mich gefreut und gewundert, Marie!

Warum hätt' ich denn Furcht vor ihm haben ſol len? erwiederte ſie.Ich weiß ja doch, daß ich eine gerechte Sache habe, und außerdem wareſt ja auch du bei mir! Aber komm jetzt nur, wir müſſen mit dem Herrn Amtmann reden.

Das Amthaus lag nicht weit vom Schloſſe, und nach wenigen Minuten waren ſie dort. Der Gerichts⸗ amtmann ließ ſie ſogleich eintreten und fragte freund⸗ lich nach ihrem Begehren. Marie erzählte klar und bündig die Thatſachen, und ſchilderte die Unterredung, die ſie eben erſt mit dem Baron gehabt hatten. Der Amtmann, zum Glück ein braver, rechtſchaffener Herr,

der das Recht handhabte ohne Anſehen der Perſon,

hörte ihr aufmerkſam zu, ſchüttelte zuletzt aber doch bedenklich den Kopf.

Der Baron ſtellt alſo die Schuld in Abrede? fragto er.

Ja, das thut er, Herr Amtmann, erwiederte Marie. Und Ihr habt keinen Schuldſchein, und überhaupt nichts, was beweiſen könnte, daß er das Geld wirklich empfangen hat?

Nein, Herr! Nichts. Aber ich war dabei, wie der Herr Baron das Geld in ſeine Taſche ſtrich!