Entſchuldigung ſagen magſt, Anton, den Baron ver⸗ achte ich!“
»Und auch ihn bedaure ich vielmehr,“ entgegnete der Fiſcher nachdenklich.„Es wird Mancherlei heim⸗ lich gemunkelt über den alten Herrn, und, wenn er ſeine Schuld nicht abträgt, ſo geſchieht es vielleicht eher, weil er nicht kann, als weil er nicht mag! Nicht Alles iſt Gold, was glänzt, meine gute Marie, und dem Baron iſt vielleicht nicht ſo leicht und froh zu Muthe in ſeinem großen, prächtigen Schloſſe, als uns in unſerer kleinen, niedrigen Hütte. Wenn man den Menſchen auf den Grund des Herzens ſchauen könnte, ach wie oft fände man da wohl Angſt, Betrübniß, Sorge und Bitterkeit ſtatt Lebensluſt und Frohſinn, wie man vielleicht erwartete. Laß darum den Baron! Wer weiß, hat er nicht gar die fünfhundert Gulden ſchon längſt an deinen Vater zurüͤckgezahlt!“
„Nein, oh nein!“ erwiederte die junge Frau mit Beſtimmtheit.„Noch kurz vor ſeinem Ende erinnerte mich der Vater an das Darlehen, damit ich es ja nicht vergeſſen ſolle, und vielleicht hätte er mir auch den Ort angezeigt, wo er den Schuldſchein aufbewahrt hat, wenn der Tod ihn nicht zu früh überraſcht hätte.“
„Nun denn, der Schuldſchein iſt verſchwunden, alſo denken wir nicht mehr daran!“ ſagte Anton.„Lieber wäre mir's, irgend etwas von dem Vater unſerer bra⸗ ven Luiſe zu wiſſen, der nun ſchon ſeit ſo manchem Jahre verſchollen iſt. Erzählte dir dein Vater nichts von ihm, Marie?«“
„Nichts! Er ſelbſt wußte ja nicht, wohin ſich der Unglückliche verloren haben mag, vorausgeſetzt, daß er überhaupt noch am Leben iſt.“


