und die herrlichſte Liebe unter dem Dache unſerer klei⸗ nen Hütte? Soll ich dir immer und immer wieder⸗ holen, daß ich dich und meine lieben Kinder nicht für alle Schätze der Welt vertauſchen möchte? Nein, nein, Marie! Nicht Reichthum iſt es, was glücklich macht, ſondern wahrhaft glücklich iſt nur ein beſcheidenes, ge⸗ nügſames Herz! Gott hat uns bisher immer gehol⸗ fen, und ich dank' es Ihm täglich aus dem Grunde der Seele! Er hat unſere Scholle Erde und meine Netze geſegnet, ſo daß wir bis zu dieſem Tage nicht zu ſorgen brauchten um den kommenden Tag; alſo warum klagen über Verluſte, die wir ſo leicht ver⸗ ſchmerzen können? Nichts mehr davon, gute Marie! Und wer weiß, vielleicht wendet ſich noch einmal Alles
zum Guten! Jener Mann, dem dein Vater ſein Ver⸗
trauen ſchenkte, kann er nicht eines Tages zurückkehren, und Alles erſtatten, was er, gedrängt von Umſtänden, nicht dem Strudel entziehen konnte, die ihn ſelber in ſeinen Wirbeln verſchlang. Dein Vater hielt ihn im⸗ mer für einen redlichen Mann, und als er fort war, erfuhren wir ja, daß er keinen betrügeriſchen Ban⸗ kerott gemacht hatte. Er verdient weit eher Mitleiden als Verachtung und Haß. Werfen wir keinen Stein auf den armen Tirberg!“
„Ich haſſe ihn ja nicht, ich beklage nur, daß wir in ſein Unglück hineingezogen werden mußten,“ erwie⸗ derte Marie.„Aber der Baron! Wirſt du auch ihn entſchuldigen, Anton? Er iſt reich! Iſt es nun nicht ſchändlich, daß er ſeine Schuld abläugnet? Wenn wir die fünfhundert Gulden hätten, könnten wir uns noch ein paar Morgen Acker kaufen, und ruhiger der Zu⸗ kunft entgegenſehen. Nein, was du auch zu ſeiner


