bewegter Stimme,„ſo trägſt du auch dieſe Laſt, die ich dir aufgebürdet, mit Langmuth und Freundlichkeit. Noch
nie haſt du dem Mädchen ein böſes, hartes Wort ge⸗
ſagt, und doch...
„Nun? Doch? Sprich weiter, Marie!“ ſagte An⸗ ton, als ſeine Frau ſtockte.
„Doch iſt es eine Bürde mehr für dich,“ fuhr ſie faſt weinend fort.„Du brauchteſt dich nicht ſo ſehr ab⸗ zumühen, wenn Luiſe nicht auch noch zu uns gekom⸗ men wäre.“
„Ei, was du auch redeſt, Frau,“ entgegnete der Fiſcher mit ſanftem Vorwurfe.„Luiſe, dein Schweſter⸗ kind, eine Laſt, eine Bürde für mich? Sie, die uns Alle froh und heiter macht mit ihren luſtigen Einfällen und munteren Liedern? Sie, die vom frühen Morgen bis in die ſinkende Nacht hinein, wie eben jetzt rührig iſt, und dir die Hälfte der häuslichen Sorgen abnimmt? Haſt du ſchon vergeſſen, wie ſie dich pflegte, als du dieſes Frühjahr krank darnieder lagſt? Haſt du ver⸗ geſſen, wie ſie nicht vom Lager unſerer kleinen Anna wich, als das arme Kind am Scharlachfieber beinahe geſtorben wäre? Sie ſollte mir eine Laſt ſein? Ei, gute Marie, welche ſeltſamen Einfälle kommen dir heute?“
„Ach ich denke nur, wie viel ſorgenfreier und glück⸗ licher du leben würdeſt, Anton, wenn du mich gar nie geſehen und kennen gelernt hätteſt,“ ſagte Marie. onule, als wir uns heiratheten, dachte ich derglei⸗ chen freilich nicht, denn wir glaubten ja Alle, mein guter, ſeliger Vater, der Schulmeiſter von Emmenbach⸗ ſei ein recht wohlhabender Mann, und ich hoffte, nicht mit leerer Hand in deine Hütte einzuziehen,— da,


