biſt ſo genügſam und beſcheiden, du beneideſt Nieman⸗ den, und doch iſt dein Leben von Jugend auf nur Mühe und Entbehrung geweſen!“
„Mühe? Entbehrung?“ fragte Anton ganz ver⸗ wundert.„Was entbehre ich denn? Habe ich nicht Alles, was mein Herz ſich wünſcht? Was kann der Menſch mehr verlangen vom guten Gott, und wofür kann er ihm dankbarer ſein, als für Geſundheit und das tägliche Brod?“
„Aber wenn du alt und ſchwach wirſt, Anton?“
„Ei, haben wir dann nicht unſere Kinder“ rief der wackere Fiſcher mit einem frohen, ſtrahlenden Blicke auf Willy und Anne, welche eben jetzt mit den letzten Geräthen vom Strande heraufkamen.„Wenn wir alt und ſchwach ſind, werden ſie noch jung und rüſtig ſein, und dann für uns ſorgen, wie wir für ſie geſorgt ha⸗ ben in ihrer ſchwachen Kindheit. Und warum auch
ſorgen und ſich kümmern um die folgenden Tage? Gott
hat uns geholfen, Gott hilft uns, Gott wird uns fer⸗ ner helfen. Haſt du ſo wenig Vertrauen zum All⸗ mächtigen, daß du an Unglück und Kummer denkſt, während wir dem Glücke ſo recht mitten im Schooße ſitzen?*
Frau Marie drückte gerührt die Hand ihres Man⸗ nes; aber eine weitere Antwort gab ſie ihm nicht, denn eben jetzt erſchien in der Thür der Hütte die Geſtalt eines blühenden, jungen Mädchens von vierzehn oder fünfzehn Jahren, und verkündigte mit heller Stimme, daß nun die Fiſche ganz braun geröſtet ſeien, und nicht länger über dem Feuer bleiben dürften.
„Nun, ſo bringe ſie, Luiſe!“ antwortete Fiſcher⸗ Anton.„Mein Appetit ſoll deiner Kochkunſt Ehre


