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Brave Leute : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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der Frühe, lange vor dem erſten Sonnenſtrahl, auf den Fiſchfang auszufahren.

Auf dem Rheine zogen große Segelſchiffe und klei⸗

nere Fahrzeuge ſtromauf und ab, und mitunter tönte ein helles Jauchzen von Bord eines der Schiffe oder Boote an das Ufer herüber, das von Anton, indem er ſeine Arbeit auf einen Augenblick unterbrach, durch ein Schwenken ſeiner leichten Mütze und wohl auch durch einen ähnlichen Zuruf beantwortet wurde. Nicht weit von der Hütte ſchlängelte ſich eine wenig befahrene Straße nach dem Dorfe hin. Sie lag ſtill und menſchenleer. Die Winzer aus dem nahen Dorfe welche faſt allein den ſchmalen Fahrweg benutzten, um zu ihren nahe gelegenen Weinbergen zu gelangen, wa⸗ ren bereits zu ihren Hütten heimgekehrt, und nur ſelten zeigte ſich noch ein verſpäteter einſamer Wanderer, welcher der jungen Frau des Fiſchers, ein freundliches Gute Nacht oderGrüß' Gott zurief.

»Der Vater könnte nun wohl auch aufhören, er hat genug gearbeitet den Tag über, ſagte Wilhelm, ein hübſcher, rothbackiger Knabe von neun oder zehn

Jahren, zu ſeiner Mutter.Eben ging der alte Mar⸗

tin vorbei, und der iſt immer der Letzte in ſeinem Wein⸗ berge. Warum ſoll ſich der Vater länger abmühen, als unſere Nachbarn im Dorfe 2

Er wird wohl wiſſen, daß ſeine Arbeit nöthig iſt, Wilhelm, erwiederte die Mutter lächelnd, und ſtreichelte die blühende Wange des Knaben.»Aber ſieh', es ſcheint mir, als ob der Vater eben jetzt den letzten Na⸗ gel in die Planken geſchlagen hätte, denn er wiſcht ſich den Schweiß von der Stirn, und legt die Art bei Seite.