— 261—
Das allgemeine Bedauern der naͤchſten Um⸗ gebung ſetze die Bojarin noch in groͤßere Unruhe. Sie zitterte heftig, es war, als empfaͤnde ſie das Gewicht ihrer That, als ſchaudere ſie zuruͤck vor dem verbrechenvollen Unternehmen. Sie war blaß geworden, alles Leben in ihr war zuruͤckgetreten.
Dem Offizier half ſeine Faſſung uͤber das Bedenkliche des Augenblicks. Mit leichtem An⸗ ſtande trat er zu der bebenden Frau, ergriff ihren Arm und fuͤhrte ſie zum Saale hinaus, uͤber den langen Corridor an die Stufen der Ausgangspforte. Hier warf er einen weiten Mantel uͤber die ſchoͤne Beute und rief laut und entſchloſſen nach ſeinem Wagen.
Die ungluͤckliche Frau machte eine widerſtre⸗ bende Bewegung vor dem Einſteigen. Sein kräf⸗ tiger Arm uͤberwand dieſes Hinderniß. Fort rollte der Wagen. Raſch, ohne Aufenthalt ging es die Straßen hinweg, hinaus uͤber die Barrieren der Stadt.
Die ſtolze Eufemia war herausgeriſſen aus ihren Verhaͤltniſſen, bewußtlos in eine neue, fremde Bahn geſchleudert. Fuͤr jetzt konnte ſie nicht zur Beſinnung kommen. Die Schwuͤre des geliebten Mannes draͤngten jeden Vorwurf zurück. Seine Lippen preßten ſich auf die ihren. Ihr Blut kam
12


