Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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war. Ach, und der untergehende Mond! Sagt von der Pracht des Sonnenaufgangs, von der goldenen und purpurnen Abendröthe, in welche die Sonne ſich legt, wie eine nicht auf Purpur geborne, ſondern auf und in Purpur ſterbende Königin aber, und was doch die Wenigſten ſehen, was iſt Alles, Alles, gegen einen Mond⸗ Untergang in der unheimlichen Nacht! und nicht des vollen Mondes, ſondern ſeiner Sichel, die, wie mit eines Kindes zwei glühenden Fin⸗ gern noch ſeine ganze ſichtbare Scheibe um⸗ ſpannt hält, wie eine unkenntliche, nur ſchim⸗ mernde große ſilberne Münze! Und während die Sichel nun ganz unmerklich und leiſe doch imnr tiefer ſank, feurige Strahlen ſchoß und Glanz ſchillerte und glühte, und, wie ertrinkend, ſich an das leuchtende Gezelt über ihr feſthalten wollte, wie eine gefallene Spinne an ihr Netz, und doch

immer tiefer in das wunderbare Gräb hernieder⸗ ſank während deſſen ging ich mit meiner Tage Bewußtſein von Kindheit auf, gleichſam mit dem Geiſt meines Lebens zu Rath, und ſuchte ihm zu beweiſen: Ich muß hier bleiben! Dieſe ſchöne, wunderlich gekränkte Jungfrau muß ich zum Weibe nehmen, Alles ausgleichen, Alles gut machen, und tauſendfach vergelten! Ich