Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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einmal dieſes herrliche Gebild an das Herz drük⸗ ken wer hätte mich nicht beneidet! Und ich Thor ich bat ſie nur um einen Kuß.

Damit hatte ich ihr Himmel und Hölle auf⸗ getiſſen! Sie ſtand ganz ruhig an der Thür: Ihr Antlitz war ganz blaß; ihre Augen gingen ihr irr; ihre Züge waren ganz geſchmolzen in eine düſt're Wehmuth, in ein unbeſchreiblich wei⸗ ches Weſen. Da ſprach ſie leiſe einige Worte, die ich nicht verſtand, aber der weiche Ton aus der wunden Bruſt gelispelt, durchſchnitt mir das Herz. Eh' ſie es ahnete, hielt ich ſie umſchlun⸗

gen. Sie aber richtete ſich hoch und ſtolz, und doch mit gebundener Kraft in meinen Armen em⸗ por. Sie ſchob ihre flachen Hände rechts und links zwiſchen ihre Bruſt, ſtemmte und drängte mit ganzer Gewalt mich von ſich zurück, während ſie ihren Oberleib weit von mir zurückbog. Ihr Kopf, ihr blaſſes, blaſſes Geſicht mit den ge⸗ ſchloſſenen Augen, mit den geöffneten Lippen, und den von ihrem Schmelzfeucht glänzenden Zähnchen Alles war mir unerreichbar fern zurückgebogen. Und ſo ſchwebte die ganze be⸗ bende, zitternde Geſtalt voll birtern Gefühls mei⸗ ner Verachtung voll ihres Stolzes, ja ihres Hohnes und doch auch voll ihrer Liebe