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—„Haſt Du etwas Lieblicheres geſehen?
Kann Dir was lieber ſein, als ihr Widerſtand?“ fragte mich die Schweſter. Und als ich fragte, hörte ich den Aberglauben, daß Seife, die man dem
Andern giebt, ſeine Gunſt und Neigung abwäſcht!
und das wollte das gute Mädchen gar nicht. Nicht an mir. Dafür brachte ſie mir ein echtes, kleines Büchschen mit koſtbarem Mecca⸗Balſam für meine Bruſt, heil zu werden, alle Schmerzen
zu vergeſſen, und bald.„Er hilft gleich!“ ſagte
ſie mir. Wenn ſie nun von dem Arzte oder dem
Gatſché meine Lüge, meine Verſtellung erfuhr! Ich ſtrich mir mit der Hand über die Augen.
Was aber ſollte ich erſt empfinden, als wir
zu den Bienenkörben gegangen, als eine Biene die zu ſehr genahte Erina auf die Unterlippe ge⸗
ſiochen; als ihr zwei Tropfen aus den Augen
quollen, als ſie friſche, feuchte Erde mit einem Feigenblatte ſich auf den, wie von Aphrodite ſchelmiſch angehauchten, leicht geſchwollenen Mund hielt; als ſie in Gedanken ſtand, und erzürnt über das kleine, aber ihr bedeutende Mißgeſchick,
mit dem Fuße auf die Erde ſtampfte, prall wie
ein Reh! Und jetzt lief ich, holte den Balſam


