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und heilte ihr die Lippe— aber mit ihrem von mir geführten Finger. Und mußte doch lächeln!
Die Liebe beſteht zum größten, edelſten Theil aus Anerkennung, aus Ehre, Verehren, ja, aus Ehrfurcht. Und ſo bite ich Dich, lächle nicht, wenn ich geſtehe, daß ich die halbe Nacht alle mir nur einkommende, ſüße, ſehnſüchtige Lieder auf meiner Flöte blies, und zum ſchönſten Be⸗ weis meiner Liebe und Ehre, ſelbſt unter dem Fenſter Erina's, das auch mein Fenſter war!
Das war der zweite Tag! Oder ver⸗ hältnißmäßig angeſehen, waren es von meinem Leben hier, ſo viel wie vierzig Jahre.
Auf meinen dritten Tag hier war ſchon vor unſerer Ankunft eine Jagd auf junge Wölfe und ihre Mütter vorbereitet.
Da kam unſer guter, alter Gatſché am Vor⸗ mittag zu mir, und brachte mir ein Buch von Freund d'Amouſſon, um nicht durch einen Brief Verdacht zu erregen. Und welches Buch war es — das Trauerſpiel Phädra, aus ſeiner kleinen Reiſebibliothek ihm übrig geblieben. Und mit ganz kleiner Schrift war auf Franzöſiſch ganz friſch auf das weiße Flugblatt hineingeſchrieben: „Sei auf Deiner Huth! Gehe nicht auf die Jagd! Alles hat ſich für uns hier verwandelt,


