Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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Und hier iſt kaum ein Unterſchied des Standes; gewiß aber iſt kein Unterſchied unter den Jung⸗ frauen; denn die ärmſte, aber ſchöne und ge⸗ fallende, wird oft plötzlich die hocherhabene Frau des Großen und Reichen.

Nachher kam Erina, ſo ſauber geputzt, ſo rein wie gefallener Schnee, ſo ſchön wie eine Roſe. Es war kein Fehl an ihr zu entdecken, wie ſie gewiß gewollt. Als aber dennoch die herabgefallene Seidenraupe ihr auf den Buſen kroch, erröthete ſie wie Feuer, wandte ſich raſch, entfernte ſich haſtig und heimlich hinter meinem Rücken, damit mir ja nicht das leiſeſte Grauen vor ihr ankäme als ob ich bisher irgend einen mir widrigen Fehler an ihr gefunden hätte!

Denn wie wollte ſie mir wohl! Ich hatte mir die Hand an der Wachspreſſe ein wenig be⸗ ſchmutzt und bat Erina um Seife. Sie wußte nicht, was ſie thun ſollte? gehen? oder blei⸗ ben? ob ſie gleich mein Neugriechiſch ſehr wohl verſtand; doch ging ſie, und brachte ein Stück weiße Oelſeife aber ſie gab ſie mir nicht in die Hand! Ich bat ſie, ich trotzte zum Scheine darnach. Da legte ſie die Seife auf den Teppich, die Thränen traten ihr in die Augen und ſie ging hinaus.