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Purpurband, geprüft— vielleicht auch— ob ſie wahr ſei! Und als ſie wahr geweſen, hatte ſie aus Mitleid im Schlafe mir beigeſtanden, ohne aus tauſend Rückſichten mich wecken zu wollen.
Das war der erſte Tag.
Morgens ſchon früh bei Tagesgrauen war ſie fort. Höre mich jetzt. Ach, ich muß ſeufzen, ich weiß es nicht, ob es nöthig war, aber es bauete ſich eine kriſtallene Scheidewand zwiſchen mir noch und ihr! Und wodurch? woher? wor⸗ aus? Nirgend von außen— ſondern aus mei⸗ nem eigenen Herzen! Du erräthſt es! Ich fing ſie an zu lieben, alſo— ich liebte ſie!— Zwiſchen dem Liebenden und der Geliebten lagert
ſich ein Frühlingsnebel, von tauſend Stimmen durchrufen, von tauſend Zaubergeſtalten durch⸗ wallt, von Sternen durchblinkt, wie vom Ge⸗ ſtrahl und Gefunkel des zuckenden Nordlichtes!— Wir ſelbſt wühlen und reißen in unſern Gedan⸗ ken eine tiefe, blumenduftende Kluft auf, die uns von ihr trennt, denn jenſeits derſelben ſteht die Geliebte und lächelt uns an, und winkt uns hin⸗ abzuſtürzen ohne Furcht. Aber wo nimmt das zagende, ſich zum erſten Male ſolcher Schönheit und Güte unwerth fühlende Herz, ſolche Hoff⸗ nung, ſolches Vertrauen her? Und die Geliebte,


