Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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die vor uns wandelt, die wir mit der Hand er⸗ reichen könnten, wenn wir könnten, iſt uns un⸗ erreichbar! fern!— Und ſie, die eben freundlich zu uns geſprochen hat, ſcheint uns nicht zu hö⸗ ren! Mit ihren ſchwarzen Augen, die ſie nun ſelbſt, durch unſere Zagheit zaghaft ge⸗ worden, nur ſchüchtern auf uns heftet, ſcheint ſie uns nicht zu ſehen! Nur unſre! eignen Ge⸗ danken füllen allmählich dieſe Kluft aus, wie ein Strom allmählich Land anſetzt. Und noch weiß kein Liebender, wie er zuletzt die Frechheit ge⸗ habt, der Geliebten das Haar zu ſtreifen, oder den Finger zu beruͤhren, oder gar ſeine Arme um ſie zu ſchlingen, und gar, o furchtbarer Muth! mit ſeinen Lippen ihren Lippen zu nahen! Und doch hat ſie ihn plötzlich umſchlungen, wie er ſie! Sie hat ihn geküßt, wie er ſie! Sie geſteht ihm, ſie hat geweint, wie er! nach ihm wie er nach ihr! Und doch iſt der Bann gebrochen, der ſie umfing, Keins weiß wie! und Keins mag ihn löſen. Denn nun erſt ſind Beide von Liebe gebannt, bezau⸗ bert! und alles Andere war Weg und Schritt, und Lockung und Drang in den heiligen Kreis!

Mein ganzes Weſen war freilich durch das wunderbare, ſehr mächtige Verhältniß, durch dieſen eigenen Zuſtand in den mich Gebrauch und