227
Ich hatte mit die Worte aufgeſchrieben, und wunderbarerweiſe waren ſie mir heute durch meine Hände gegangen, und ich ſchlief ein mit ihrer Betrachtung.— Eine gute Mutter wirkt un⸗ ſterblich, wie ein guter Geiſt. Und doch führten mich dieſe Worte in Todesgefahr. Doch weiter!
Ich ſchlief feſt, und ſtöhnte gewiß im Schlafe, denn mir träumte, ich würde mit Ketten erdroſ⸗ ſelt.— Ich hatte mich gegen Erina krank ge⸗ ſtellt. Das hatte ſie um mich bekümmert ge⸗ macht— ſie hatte gewacht! Sie war mir genaht, um nach mir zu ſehen, mir beizuſtehen.— Und ſo fühlte ich auf meiner Bruſt eine leiſe, leichte Laſt, die ſanft und ſchwebend darauf ruhte.— Es war Erina's mitleidiges Haupt. Mein Herz pochte ungeſtüm. Ich rang zu er⸗ wachen, und bewegte mich. Da war mir bei dem trügeriſchen Scheine der ſchwachbrennenden Lampe, indem ich noch ganz betäubt die Augen verſuchte aufzuſchlagen, als ſpringe Erina leis auf dem Teppich fort, und ziehe ihre Decken auf dem Divan über ſich.— Sie ſchlief alſo dort, neben der Thür; und das arme Mädchen hatte mein Stöhnen gehört, vielleicht ſelbſt ſchlaflos, und hatte aus Bedauern die Wunde, die quet unter meinem Halſe hinlief, wie ſchmales


