Teil eines Werkes 
5. Theil (1839) Das Volk ohne Magen / Romane von Leopold Schefer
Entstehung
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mühſam eſſen, trinken und gehen gelehrt; ſiehe

das arme, kleine Ding mit ſeinem erſten Schul⸗

buch, ſiehe ſie, wenn ſie aus dem Vaterhauſe, aus der Mutter Armen auf ewig wegſcheidet, das Haar des Hauptes mit ihren Thränen ge⸗ näßt; ſiehe ſie als erſte Mutter, blaß, faſt gei⸗ ſterhaft, zärtlich, ſchwach, wiederaufblühend von heiliger Freude! Siehe daſſelbe Weib auch ab⸗ blühend, alt, krank, bereuend, wenn ſie zu bereuen hat, unglücklich, wenn ſie unglücklich gemacht iſt; ſiehe ſie krank, ſterbend, geſtorben— ſiehe ſie im Sarge— im Grabe, und dahin, und die leuch⸗ tende Sonne noch über ihr, und den erſten alten, blauen Himmel des Kindes, des Engels!— Und erblickſt Du ſo ein Weib, eine Jungfrau, in ih⸗ rem ganzen zuſammenhängenden, vielfa⸗ chen, ehrwürdigen, und von der Natur geehrten und heilig gehaltenen Weſen— dann, wenn es dir möglich iſt, gehe hin und thuk ihr Schmach und Schande und Unglück an, auch wenn ſie es litte, wenn ihre Augen, getäuſcht über dich, den⸗

noch ſchmachteten, ja, wenn ſie vor dir auf die

Kniee fiele. Und thuſt du es, haſt du es gethan, dann ſprich nur: Ich habe keine Mutter mehr! Aber ich fühle, ich weiß es: Ich werde immer deine Mutter ſein!“—