Er— iſt immer todt Und ich bin in Qual und Noth.
Und die Schwalbe fliehet wieder
Aus dem falben, oͤden Thal,
Alle Blumen ſterben wieder,.
Schnee verſchuͤttet Berg und Thal— Ich— bin noch nicht todt!
Ach, ich bin in Qual und Noth.
Schwirrt die Schwalbe froͤhlich wieder
Durch ihr altes liebes Thal,
Bluͤhen alle Blumen wieder
In des Fruͤhlings jungen Strahl— Dann— dann bin ich todt!
Bin ich weg aus Qual und Noth.
Und als im neuen Fruͤhling eines Morgens die Schwalbe wieder durch das Thal ſchwirrte, da war ſie todt. 18 Als der Vater mit dem Lehrer lange ſtill betrach⸗ tend neben ihr geſeſſen, ſprach er Alles bedenkend und in ſeinen Tadel ausbrechend: Ich moͤchte die Liebe nicht tadeln! Denn ſie iſt das ſchoͤnſte Gluͤck des Menſchen in ſeinen ſchoͤnſten Jahren, und begruͤndet dauerndes Gluͤck, Freube und Genuͤge fur die folgenden alle, die ohne ſie leer ſtaͤnden, wie im Herbſt ein Garten ohne Fruͤchte, der im Lenz nicht gebluͤht! Aber wehe der Leidenſchaft, die ſo heißt, weil ſie Leiden ſchafft, dem, der ſie traͤgt, und dem, welchen ſie er⸗ greift. Aechte Liebe iſt ruhig und ruhig wirkſam, wenn
Schefers neue Nov. 1v. 24
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