Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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O Tod, dir dienen alle Weltgewalten, O Tod, du kommſt in allen Truggeſtalten; Mir kommſt du gar, wie ſich das Leben kleidet.

Wie ſterbend Abendroth willſt du mich ſchmuͤcken! Wie an der Sonne Tod der Blick ſich weidet, Weid' ich am eignen mich mit bangen Blicken!

Sie frug ſich nur ſelbſt mit bangen? und doch banz; denn der Vater wird mich beweinen, ver⸗ miſſen aber er wird mich vergeſſen, denn wir alle ſind Menſchen! Und ſo ſang ſie nach einiger Zeit das letzte Lied aus Eugen's Nachlaß:

Froͤhlich ſchwirrt die Schwalbe wieder

Durch ihr altes liebes Thal,

Alle Blumen bluͤhen wieder

In des Fruhlings jungem Strahl Er iſt immer todt!

Und ich bin in Qual und Noth.

Morgens kehrt die Sonne wieder,

Alles weckt ihr Saffranſtrahl,

Jeder Vogel ſingt ihr Lieder,

Alles ſchweift auf Berg und Thal Er iſt immer todt,

und ich bin in Qual und Noth.

Abends blüht der Monden wieder, Alles ſchwimmt in Silberlicht, Und die Sterne ſchau'n hernieder, Jede Nacht mir in's Geſicht