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mit rothen Roſen an ſeinem Arm. Er ſtand, er ſah ſie an, die Thraͤnen brachen ihm aus, er druͤckte ſie an ſein Herz, ließ die Verwunderte ſtehen, und eilte ge⸗ dankenlos auf dem Wege fort, tief in ſeinen Mantel gehuͤllt. Da hoͤrte er fromme Morgengeſaͤnge von na⸗ henden Kloſterbruͤdern. Er ſtand. Er erblickte ſie jetzt. Es waren Dominikaner. Sie hatten geendet. Die Sonne trat uͤber Morgengewoͤlk empor. Sie ſtanden. Der eine verkannte ihn vielleicht, und frug beſcheiden nach einem Kloſterbruder, nach Anaſtaſius. Er iſt uns entſchlichen, ſagte ein Anderer. Wir muͤſ⸗ ſen ihn ſuchen, damit er nicht ein Ungluͤck ſtifte, denn ſeine Seele iſt hin! zerfloſſen in einen großen Traum, in welchem er liebt, wie er ſeine fruͤheren brennenden Wuͤnſche und Traͤume fuͤr Thaten haͤlt, die er wirklich veruͤbt. Sein Zuſtand verdient Mitleid. Seit dem Brande des Dorfes ſuchte er Ruhe bei uns.
Er hat die ewige gefunden! Dort in der Capelle werdet Ihr den Todten finden, ſprach Polydor hin⸗ deutend, waͤhrend vor Schmetz die Hand ihm ſank. Aber laſſet ihn dort, und nehmet mich dafuͤr an.
Die Bruͤder laͤchelten.
Polydor aber ſagte: Eurem Kloſter fallen meine Guͤter zu, durch die Ihr gewandert kommt.
Durch die! erſtaunte der eine.
Ja, der bin ich! beruhigte ſie Polydor. Wei⸗ ter forſchet nicht. Ihr ſeyd thaͤtige, weiſe Maͤnner, ſchätzbare Dominikaner! Euch muß man unterſtuͤtzen!


