Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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und ſo lange er es vermochte, ſah er ihr lächelnd in das ſchoͤne blaſſe Antlitz, bis er allmaͤlig die Augen ſchloß, und ſein Geiſt gehen mußte, wie der Mond am Rande der Erde untergehen muß. Und ſo hielt er ſie noch, als er unvermuthet ſchon todt war, ehe die Anderen vor Schreck und Leidenſchaft ihm noch beige⸗ ſtanden.

Liddy entwand ſich ihm kaum. Sie that einen wunderbaren Blick auf die Mutter, und im Sinn, ein Gebet fuͤr den Hingeſchiedenen zu ſprechen, kamen die Worte dafuͤr auf die Lippen:

Die in tauſend Aengſten lebten, Deckt die Gruft in Frieden zu, Was ſie litten, was ſie bebten Alles fließt in eine Ruh'z

Die in tauſend Aengſten lebten, Deckt die Gruft in Frieden zu.

Gruft, vor der ich einſtens bebte, Decke mich in Frieden zu!

Was ich liebte, was ich lebte, Weiß nur ich! Verbirg's nun Du! Gruft, vor der ich einſtens bebte, Decke mich in Frieden zu.

Polydor floh hinaus in das morgenrothe Thal. Nicht weit, ſo begegnete er Salvator's Schweſter, ein Koͤrbchen mit weißen Roſen an einem Arm, an der andern Hand den kleinen Knaben, ſein Koͤrbchen