Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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Kniee umwindend: Sage, Du luͤgſt! Sage, Du biſt wahnſinnig! Mir zu Liebe!

Und von dieſem Doppelgebild der Mutter durch⸗ flammt, riß er ſie auf an ſein Herz, hielt ſie feſt ſich an die Bruſt, und rief: Du Engel! Dir zu Liebe ſoll ich den Wahnſinn laͤugnen? das einzig edele Lieben haſſen? Ich bleibe, ich bleibe bei Dir. Denn die Welt hat mir aufgehoͤrt zu ſeyn.

Galate ſuchte ſie ihm zu entreißen. Er hielt ſie ſich feſt. Er ſtieß Galate fort. Vielfach verletzt und erzuͤrnt ergriff Polydor nun mit ſeiner Kraft wie den aͤrgſten Feind den verwandelten Freund, und mit Gewalt des Haſſes hinweggeſchleudert, traf Sal⸗ vator mit der Stelle des Schlafes wider die Ecke des Marmortiſches, ſank zur Erde, und ſah, wie jetz erwa⸗ chend, mit großen Augen den Freund Polydor an, der den Blick nicht ertrug, ſondern die Hände beſtuͤrzt vor ſeine Augen hielt; denn Blaͤſſe der Sterbenden hatte ſein ſchoͤnes Antlitz uͤberzogen. Galate ſtand zitternd und verzagend uͤber das neue Leid. Liddy ſtuͤrzte zu ihm, und nur von einer Hoffnung bedraͤngt, kuͤßte ſie ſeine Lippen, und bat ihn weinend und leis: Sage, o Vater ſo hatte ſie ihn ſonſt genannt ſage, ich bin nicht Dein

Aber entweder zum Zeichen ſeines Verneinens ih⸗ res Wunſches, oder ihr zum Troſt als Widerruf und wirkliche Verneinung, bewegte er nun leiſe das Haupt, ſchlang feſt ſeine Arme um ſie, und hielt ſie ſich ſo.