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nen, der des Vaters Liebe war, die Tochter, die der Mutter Liebe war— aber weſſen Tochter?—— Mit immer ſteigendem Zorne trat Polydor ihm naͤher, noch unfaͤhig, die ganze Flut deſſelben, die wie“ ein Giftquell in ihm emporſtieg, zu faſſen und auszu⸗ ſtroͤmen. Seine Kniee zitterten, ſeine geballten Haͤnde bebten. Auch bedurfte es noch eines klaren Wortes;
und Salvator ſprach in ſeinem Wahnſinn das Wort:
Wie oft wollt' ich mein Kind mir rauben, wenn ich nicht Galate in ihm zu lieben fuͤrchtete— wie Du — an Galate, an der Natur ſelbſt treulos gethan, Verruchter, Verblendeter! Aber da brachte ſie mir Dein Sohn, Dein Eugen, dem Du ſie nun wieder geraubt. Nimm nun Galate zum Weibe— wenn ſie ſich jetzt von ihrem unſchuldigen Grafen geſchieden; nimm ſie nun auch nach ſolchen Unterbrechungen, ſo anders bedingtem Leben und Weſen. Was fruͤher im Gemuͤthe geſchehen und da war, kann oft erſt ſpaͤt in die Reihe der Erſcheinungen treten! Es iſt nur verſpätet, nicht ſuͤndlich! Liddy gluͤhte vor Schaam. Ihr Herz war wie zerriſſen, als waͤre ihr die Mutter entriſſen, entfuͤhrt in jenes Reich der Verwuͤnſchten, Verabſcheuten, Un⸗ ſeligen; ſie wollte wo moͤglich den Abſcheu, den ſie jetzt vor ſich ſelbſt und ihrem Daſeyn empfand, von ſich wehren, loͤſen, vernichten, um wieder der reinen Mut⸗ ter reine Tochter zu ſeyn. Sie ſprang wie begeiſtert
auf, ſie ſank Salvator zu Fuͤßen und flehte, ſeine


