Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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immer noch ſchoͤn, ſo ſchoͤn! Sch ſollte bereuen und ich konnte es nicht, und jetzt habe ich es auf im⸗ mer wieder verlernt. Ich habe es hundertmal gebeich⸗ tet, hundertmal iſt es mir vergeben worden, und noch fuͤhl' ich mich nicht der Vergebung werth, nicht be⸗ duͤrftig! Aber Du ſollſt Alles wiſſen, mein Freund, auch wenn Du auf ewig mein Feind wirſt.

Weiß ich nicht Alles? kann ich das dazwiſchen liegende Unbekannte nicht denken? frug Polydor ge⸗ ſpannt, denn Salvator ward immer mehr einem Sinnloſen aͤhnlich, an Blick, Ausdruck und Geberden.

Nicht denken! erwiederte er, und ſah ſtarr auf

Liddy hin. Und wie wirklich irr, trat er auf dieſe

zu, faßte ſie an der Hand, und frug ſie verlegen: Weißt Du, was ich fuͤr das Gluͤck der Frauen wuͤnſch⸗ te, daß ſie ablegten? Du ſollteſt es wiſſen aus der

Macht vor Deiner Brautnacht, o Galate!

In ſeiner innern Verblendung ſah er die ſechs⸗ zehnjaͤhrige Liddy, der Mutter ſprechend aͤhnlich, und jetzt in demſelben Alter, in welchem ſich jene vermaͤhlt, fuͤr Galate an hoͤrte auf eine Antwort, und be⸗ antwortete dann ſeine Frage ſelbſt mit den Worten: Die Furcht ſollten die Frauen ablegen! Einige, die Furcht vor arm werden, arm ſcheinen;z Einige, die Furcht vor eitler Macht und hohem Stande als wenn die Reinheit des Herzens und das Gefuͤhl ein Weib zu ſeyn, nicht die gebietendſte Macht und der hoͤchſte Stand auf Erden waͤre! Einige, die Furcht, kindiſch und